Lesung: Psychoanalyse und männliche Homosexualität | 26.11.2019 | Laidak

„Freud verteidigt die tabuierten Strebungen der Menschheit, deren Umfang und Tiefe er sichtbar macht“, schrieb Herbert Marcuse 1955 in Eros and Civilization. Was Marcuse hier als kritisches Potential der Psychoanalyse, als deren Einspruch gegen Repression freilegte, wurde in der Folge jedoch durch die Homosexuellenfeindlichkeit der institutionalisierten Analyse konterkariert. Wie kam es, dass sich das gesellschaftskritische Potential der Psychoanalyse beim Gegenstand der Homosexualität in ihr Gegenteil verkehrte, dass die Analyse der Repression das Wort redete statt diese zu analysieren? Wie könnten andere psychoanalytische, triebtheoretische Entwürfe im Spannungsfeld von Homosexualität und Psychoanalyse aussehen?

Die Herausgeber*innen von „Psychoanalyse und männliche Homosexualität: Beiträge zu einer sexualpolitischen Debatte“ (Hg. von Patrick Henze, Aaron Lahl und Victoria Preis; Psychosozial-Verlag, 2019) möchten zur Beantwortung dieser Fragen Passagen aus ihrem Sammelband vorlesen und zur Diskussion stellen. Zudem wird Marco Ebert seinen Beitrag für den Sammelband vorstellen, in welchem er das kritische Potential und auch den utopischen Gedanken im Werk des psychoanalytischen Denkers und Schwulenaktivisten Martin Dannecker nachzeichnet.

Psychoanalyse und männliche Homosexualität – Eine Lesung mit Patrick Henze, Victoria Preis, Aaron Lahl und Marco Ebert

Dienstag, 26.11.2019 / 19 Uhr

Schankwirtschaft Laidak, Boddinstraße 42/43, 12053 Berlin

Eintritt: 2 Euro